Was kümmern mich die rumänischen Straßenhunde?
Seit 1990 reise ich immer wieder nach Rumänien. Zu Beginn habe ich im Auftrag internationaler Hilfsorganisationen die verheerenden Zustände in Waisenhäusern, in einer Psychiatrie, einem Lepradorf, und den ganz normalen Wahnsinn des postsozialistisch-chaotischen rumänischen Alltags in Bildern festgehalten: schlimme Erlebnisse und Gemeinheiten im Wechsel mit der Schönheit der Natur und herzlicher Freundlichkeit der Menschen. Rumänien bereitet mir jedesmal ein Wechselbad der Gefühle.
Schon 1991 hatte ich in Bukarest einen toten Welpen auf einem Müllhaufen fotografiert - irgendwie herzlos, dieses kleine Wesen einfach auf dem Abfall liegen zu lassen -. Später fielen mir die zahlreichen verwahrlosten Hunde auf den Straßen und in den Städten auf. Medienberichte über Massentötungen von Straßenhunden konnte oder wollte ich so nicht glauben, denn Rumänien ist in den Medien immer für schlechte Nachrichten gut, Internetseiten von Tierschützern erschienen mir zu einseitig dramatisierend. Sie machen meist nicht den geringsten Versuch, die gesellschaftlichen und politischen Hintergründe solcher Zustände zu beleuchten.
2009 habe ich nach ausgiebiger Internetrecherche und persönlicher Kontaktaufnahme zum ersten Mal das Tierheim der Fundatia pro animalia in Miercurea Ciuc in den Ostkarpaten besucht: rund 450 ungewollte Niemandshunde. Brauchen Straßenhunde wirklich menschliche Zuwendung? Oder ein Körbchen am warmen Ofen? Die Blicke der Hunde gaben mir Rätsel auf und ließen mich nicht wieder los:
Meli und die Hunde von Miercurea Ciuc, 2009
Im Oktober kam mein erster Pflegehund aus Miercurea in Essen an:
2010, Im März/ April habe ich diese faszinierenden Hunde 14 Tage lang erneut besucht, habe ihre Freude über Zuwendung oder ihre Angst vor der möglichen Grausamkeit des Menschen und ihre Einsamkeit inmitten hunderter Artgenossen erlebt:
Seit August 2010 lebt die alte Straßenhündin Incanjú aus Miercurea bei uns, genießt das regelmäßige Futter, ihr trockenes, sicheres Hundebett und Streicheleinheiten.
Von Mitte März bis Mitte Mai 2011 habe ich zwei Monate im Tierheim gelebt und als Tierheilpraktikerin mit den Tierärzten vor Ort zusammengearbeitet.
Zwei Monate in einer anderen Welt, 2011
Seit Mitte Juni 2011 leben die drei Junghunde Pina, Moody & Fairy zur Pflege bei mir, bis wir die richtigen Familien für sie gefunden haben.
Unter den weiteren Links werde ich das Elend der Straßenhunde in Rumänien, wie es dazu kommen konnte, die gesellschaftlichen Hintergründe, das Verhältnis Mensch-Hund, sowie mögliche Problemlösungen beschreiben:
Ich möchte Euch von meinem Land erzählen ... 1990 - 2011
Das Tierheim Smeura bei Pitesti, Juli 2010
Kastrationsaktion mit dem Tierärzte-Pool in Miercurea Ciuc, 2011
Das Tierheim der rumänischen Fundatia pro animalia in Miercurea Ciuc wird geleitet von Eva Orendi und ehrenamtlich tatkräftig, sowie mit Geld- und Sachspenden von dem gemeinnützigen Verein Freundeskreis BrunoPet e.V. unterstützt