Arbeitsaufenthalt im rumänischen Tierheim Miercurea Ciuc, März bis Mai 2011 - Ingrid Weidig

Meine Reise zu den Straßenhunden, März/April 2010

Meine Reise zu den rumänischen Straßenhunden begann am Donnerstag, den 25.3 in Bukarest. Ich war mit dem Flieger von Köln-Bonn aus mittags dort angekommen. Am Flughafen werde ich von Taxifahrern "überfallen", sie bieten mir ihren Wagen in verschiedensten Sprachen an. Ich finde sie aufdringlich und suche mir mein Taxi selber aus. Frühling in Bukarest, ohne Hitze, Staub und Gestank. Eine neue Ansicht. Ich habe ein Hotelzimmerchen in der Altstadt gebucht, da ich mich nach 18 Jahren mal wenigstens kurz in der Altstadt umschauen will und dort auch einen lieben Freund treffen werde. Das altbekannte Bukarester Chaos stürzt trotz aller mentaler Vorbereitung wieder unvermittelt über mich herein.

Ansichten eines Platzes

Bukarest

 

Bukarest

 

Bukarest

Bukarest ist ein Zweimillionenstadt, doch die Elektrische Verkabelung ist noch weitestgehend überirdisch. Reicht die bisherige Kapazität wegen des erhöhten Strombedarfs nicht mehr aus, wird ein neues Kabel kreuz und quer über die Straßen gehängt. Sehr sicher und zuverlässig ist das nicht.

Stromkabel

 

Tauben

 

Hund auf einem Balkon

Am heutigen ersten Sonnentag nach einem langen schmutzigen Großstadtwinter treffen sich Frauen mit Kindern im Park: raus in die Sonne. Etwas abseits, wie seit ewigen Zeiten, spielen Männer in Grau oder Dunkelblau Schach und Backgammon. Dazwischen ein Straßenhund mit Ohrmarke, die anzeigt, dass dieser Hund kastriert ist, und somit ein legaler Straßenbewohner dieser Stadt.

Schachspieler

 

Straßenhund

 

Freitag, 26.3.

Am nächsten Morgen laufe ich zum Gara de Nord. Es ist Frühling. Sonnenschein. 1,4 km auf denen sich eigentlich nichts geändert hat.
I'm al-aha-ha-hive, I'm al-aha-ha-hive ... Doch, viel mehr Autos, Werbung und Handys. Die verrotteten und seit Jahrzehnten nicht reparierten Gehwege sind völlig zugeparkt. Aber das macht nichts, ... it's a funny funny feeling, I'm alive!! Die Stadt riecht interessant.

Schlafender Hund

 

blumenstand

Ich bin viel zu früh am Bahnhof, habe noch zwei Stunden Zeit, aber ich liebe rumänische Bahnhöfe. Hier kommt man nicht erst in letzer Minute angehetzt, da nämlich jeder gerne den anderen zuschaut, ist man reichlich früh da (mal abgesehen von den Pendlerzügen)

Bahnhofhalle

 

Hund

 

Am Bahnsteig

 

am Bahnsteig

So kenne ich die rumänischen Züge:

alter ZUg

Daher bin ich erstaunt, als ich diesen Großraumwagen betrete:

Großraumwagen im Intercity

Da Zugfahren in Rumänien nicht wirklich teuer ist, hatte ich mir aufgrund früherer Erfahrungen ein 1. Klasse-Ticket für den IC gegönnt. Das Lösen des Tickets am Schalter war mal wieder ein typisch rumänisches Abenteuer: Von der Landeswährung hatte ich nicht genug bei mir - wozu auch, es gibt ja Kreditkarten, und das sei am Bahnhof Bukarest kein Problem, so steht es im Internet.

Ich bestelle also meine Fahrkarte bei der Dame am Schalter, sie will Lei, keine Euros, für Kreditkartenzahlung ist eine Extrakasse zuständig. Ich bekomme eine Rechnung, gehe zur Extrakasse. Visa-Karte, nein. Maestro muss drauf stehen. Das ist meine EC-Karte. OK, ich bekomme eine Quittung, und damit gehe ich zurück zum Schalter, um dann endlich meine Fahrkarte im Gegenwert von rund 20,00 € zu erhalten. Die Fahrt dauert gute 5 Stunden von Bukarest nach Miercurea. Manchmal fährt der IC in gefühltem Schritttempo, besonders wenn es bergauf in die Karpaten geht.

Ein paar Bilder aus dem Zugfenster, kurze Zeit bevor wir in MC eintreffen. Entfernung Bukarest - MC: 265 km

Landschaft

 

Landschaft

 

Landschaft

Leider kann man keine Fenster öffnen in diesem modernen, vollklimatisierten Zug. Ich vermisse es sehr, dass ich das Land nicht hören und riechen kann. Die Doppelverglasung filtert alles weg.

Dorf

 

Siedlung

 

Bahnhof

Andras, der Verwalterdes Tierheims, erkennt mich sofort, bevor ich überhaupt weiss wo ich bin. Wir fahren noch einmal kurz zu Meli, Hallo sagen, und dann in die Pension. Mein "Job" dort soll sein, die Hunde zu fotografieren, sie zu beobachten und zu beschreiben, bei Untersuchungen zu helfen. Für die Hunde dort ist jeder Kontakt zu Menschen wichtig, jede Streicheleinheit, jedes freundliche Wort, jede noch so geringe Annäherung der Angsthunde an einen fremden Menschen ist ein kleiner Schritt.

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