Stups ca.1976 bis 1994


war wahrscheinlich ein Kraski Ovcar-Mix, eindeutig eine Mischung aus Herdenschutz- und Hütehundn. Stups war ein Phänomen, der ohne jegliche Ausbildung Vieh hüten konnte: Schafe in der Provence, Schafe am Rhein, Kühe im Bayrischen Wald, und als Krönung Ponys mit Kindern obendrauf im Essener Stadtwald. Wenn ich damals auch nur annäherungsweise das gewusst hätte, was ich heute über diese Hunderassen weiss, er wäre ein fantastischer Hund zum Hüten oder für Hundesport gewesen. So aber lagen seine Talente brach und er hat sich seine Beschäftigungen selbst gesucht, was für mich nicht immer einfach war.

  Stups mit Katzenbabies  

Als ich Stups 1978 kennenlernte, hatte ich keine Ahnung von Hunden. Nachbarn hatten ihn als Spielgefährten für ihre kleinen Kinder aus dem Tierheim geholt. Er sei wohl ein Spitz-Schäferhundmix, der vorher monatelang durch die Straßen gestreunt sei, ohne dass jemand ihn einfangen konnte, war die Auskunft des Tierheims. Stups mochte die Kinder recht gerne, nur leider ließen die ihm wenig Rückzugsmöglichkeiten. Er verschwand einfach immer wieder und kam oft erst Tage später zurück. Stups liebte es, auf langen Spaziergängen bei jedem Wetter durch die Wälder zu streunen, ebenso wie ich. Und so haben wir uns gefunden, und unter meinem Schreibtisch war auch immer ein ruhiges Schlafplätzchen für ihn frei. Irgendwann ist er dann ganz bei mir geblieben. Heute würde man sagen, er war ein schwieriger Hund, sehr eigenwillig, intelligent und triebstark.

 

Stups Portrait  

Von Hundeerziehung hatte ich keine Ahnung, Hundeschulen im heutigen Sinne gab es auch nicht. Bücher waren auch nicht hilfreich, denn immer wieder fand ich darin Sätze wie: dem Tier den Willen brechen. Er kam mit Stachelhalsband, da seine Besitzerin ihn leider nicht anders bändigen konnte. Das habe ich als erstes gegen ein anderes ausgetauscht.

Es hat lange gedauert, bis wir wirklich ein Team waren, Stups ist immer wieder abgehauen, wenn er die Spur einer heißen Hündin gefunden hatte, er ist höchstwahrscheinlich Vater einiger Welpen, aber ich habe nie Genaueres erfahren. Auf einem Hof in der Provence hat er an einem Nachmittag gleich zwei Hündinnen gedeckt, dem Bauern hat das nichts ausgemacht. Ich vermute, er hatte da so seine Methoden ... Stups war freundlich zu allen Menschen und Tieren, mal abgesehen von einigen widerspenstigen Rüden im Stadtwald, die seinen hohen Rang nicht freiwillig akzeptieren wollten.

Er war 16 Jahre lang tagein tagaus mein Begleiter auf meinen fotojournalistischen Reisen durch das Ruhrgebiet, unser alter Peugeot 504 Kombi war sein Körbchen. Er hasste es, alleine im Haus zu bleiben, konnte aber im Auto stundenlang ruhig schlafend auf mich warten; Hauptsache dabei sein, wie hier in Duisburg-Hüttenheim in einer türkischen Siedlung. Die Kinder hatten fürchterliche Angst vor ihm, es war für sie eine echte Mutprobe, ihn zu streicheln. Aber er blieb völlig ruhig und freundlich und hat so manchem Kind diese unreflektierte Angst vor Hunden genommen.

Stups mit türkischen Kindern  

Im Urlaub war er auch immer dabei. Wir sind gemeinsam weit herumgekommen zwischen der französischen Bretagne bis nach Transsilvanien. Einen besseren Reisebegleiter konnte ich mir nicht denken. Nur zeitlebends hatte er panische Angst vor Autobahnraststätten. Wir mussten ihn fast zwingen dort mal kurz zum Pinkeln auszusteigen. Es war blanke Angst, die ihn sofort zum Auto zurückrennen ließ. Vielleicht wurde er als Junghund an der Autobahn ausgesetzt? Das war damals leider sehr üblich; immer zur Urlaubszeit. Dieses Trauma hat er auch nach 15 Jahren nicht überwunden.  

Lucy (1984 bis 2002)

1984 kam LUCY zu uns, eine winzige Glückskatze, die im Nebenhaus zur Welt gekommen war. Rasse: Feld-, Wald- und Gartenkatze aus der Rüstermark.

Lucy

 

Stups hat sofort begriffen, dass dieses Tierchen keine Beute für ihn ist, sondern ein neues Familienmitglied, und hat das winzige Kätzchen auch gleich adoptiert.

Sups und Lucy am Napf  

 

Mona Lisa, Mio & Poldi

Lucy's Kinder kamen Ende April 1985 zur Welt, es waren 4 Babys, eins starb kurz nach der Geburt.  

Katzenkorb  

Mona Lisa 5 Tage alt

Lisa

 

Mio 5 Tage alt

Mio  

 

Katzenkinder  

 

Lucy und LIsa  

Lisa am Käfig der beiden

Nymphensittiche Oscar und Jenny.

Oscar war ein Findling, den mir Stups aus dem Gebüsch gebracht hat. Der Vogel war völlig entkräftet. Ich habe ihn auf meine Schulter gesetzt und das blieb sein Lieblingsplatz. Als es ihm besser ging, habe ich Jenny hinzu gekauft, aber er blieb auf Menschen fixiert. Als die Katzen größer wurden, habe ich beide Vögel zu einem Sittichliebhaber gegeben, der eine große Voliere hatte. Dort ging es ihnen besser, als bei uns in der Küche.

 

Lisa

  Katzen im Garten

  stups und Mio  

Stups war äußerst gutmütig, und die Katzenkinder durften auf ihm herumklettern, seine Rute fangen oder sich an ihn kuscheln. die 3 Katzenkinder wurden kastriert, um weitere Vermehrung zu verhindern.

 

Lucy im Juli 1985, als ihre Kinder schon groß waren und sie endlich mal wieder Zeit für sich hatte. Sie wurde im September 1985 kastriert, um weiteren Nachwuchs zu verhindern. Sie war eine wunderschöne ruhige und ausgeglichene Katze; es gab nichts Beruhigenderes als ihr lautes gleichmäßiges Schnurren. Im Sommer 2002 starb sie an Nierenversagen.

Lcy

 

Lucy schläft  

Mona Lisa blieb bei uns bis Juli 2003, im Alter von 18 Jahren mussten wir sie über die Regenbogenbrücke gehen lassen, auch sie litt unter Nierenversagen.

Lisa  

Poldi wohnte ab Juli 1985 im Nachbarhaus. Rund fünf Jahre später verschwand er leider spurlos.

Poldi  

Mio starb leider schon 1993 an den Folgen einer Vergiftung durch Rattengift

Mio

 

Wir hatten eine wunderschöne Zeit gemeinsam mit diesen Tieren, die uns von 1978 bis 2003 begleiteten. Der Chef im Haus war eindeutig und unangefochten Stups, die Katzen liebten ihn und begleiteten uns oft ein Stück weit auf unseren Spaziergängen, denn in seiner Gegenwart fühlten sie sich sicher.

Stups mussten wir nach 16 gemeinsamen Jahren im April 1994 aufgrund von Altersschwäche gehen lassen. In seinem sehr langen Leben war er nur extrem selten krank, einmal hat ihn die damals noch neue Hundekrankeit Parvovirose erwischt, da es keine Impfmöglichkeiten dagegen gab. Dank seiner guten Konstitution hat er überlebt.

 

 

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